SOMMERKOLLEG "ÈESKÉ BUDÌJOVICE 2010"
ABSCHLUSSBERICHT
Das Sommerkolleg "Èeské Budìjovice" 2010 wurde vom Institut für Germanistik der Südböhmischen Universität Èeské Budìjovice (Budweis) und Institut für Slawistik der Universität Wien mit Unterstützung von "Aktion Österreich-Tschechische Republik" vom 04. 07. bis zum 24. 07. 2010 in der Sprachschule EDUCOCENTER ® Jiøí Èapek s.r.o. in Èeské Budìjovice als Projekt 56p5 veranstaltet.
Es handelte sich um den 5. Jahrgang des Sommerkollegs in Èeské Budìjovice, das in direkter Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik der Wiener Universität organisiert wurde. Es war für die österreichischen und tschechischen StudentInnen der geisteswissenschaftlichen Fächer bestimmt. Wegen höheren Interesses auf tschechischer und niedrigeren auf österreichischer Seite gab es 19 tschechische und 14 österreichische TeilnehmerInnen. Trotzdem ist es uns nicht gelungen, die volle Teilnehmerzahl zu erreichen, was nicht ausgeschöpfte Finanzmittel sowohl in tschechischen Kronen, als auch in Euro zur Folge hat. Auf tschechischer Seite waren insgesamt 19 Bewerber, die alle aufgenommen wurden. Von österreichischer Seite konnten auch alle BewerberInnen aufgenommen werden, die in diesem Jahr nur 14 waren. Als 15. Teilnehmer haben wir einen Selbstzahler aufgenommen. Auf den Websites beider Institute wurden sämtliche Informationen zum Sommerkolleg rechtzeitig und umfangreich veröffentlicht. Der Mailkontakt noch vor dem Sommerkolleg funktionierte perfekt und den StudentenInnen wurden alle Fragen und Unklarheiten im Voraus beantwortet.
Am 4.7.2010 kamen die Studierenden in Nachmittagsstunden in Budweis an. Die feierliche Eröffnung des ganzen Sommerkollegs fand am 5.7.2010 statt. Alle StudentInnen schrieben einen Einstufungstest, nach dem jeweils zwei Leistungsgruppen für Tschechisch und Deutsch für den Sprachunterricht entstanden. Wir veranstalteten am ersten Tag einen Stadtrundgang mit Erklärungen zu den wichtigsten Baudenkmälern von Budweis und einen Eröffnungsabend mit einem gemeinsamen Abendessen, damit sich alle gleich am Anfang kennen lernen können. Die StudentInnen wurden gemischt untergebracht, tschechische und österreichische StudentInnen zusammen. Sie konnten gemeinsam kochen, einander beim Schreiben der Hausaufgaben helfen und miteinander diskutieren.
Der Schwerpunkt des Sommerkollegs lag auf dem Sprachunterricht. Für die 4 Stunden sprachpraktische Übungen pro Tag wurden sowohl die tschechischen StudentInnen, als auch die österreichischen StudentInnen in zwei Sprachgruppen eingeteilt - tschechische in Fortgeschrittene I und Fortgeschrittene II (in beiden Gruppen waren sowohl Germanisten als auch Nichtgermanisten vertreten), österreichische in zwei Gruppen von Fortgeschrittenen/Bohemisten. Bei den österreichischen StudentInnen war die Einteilung dieses Jahr aufgrund des Einstufungstestes eindeutig und die Gruppen blieben bis zum Ende des Sommerkollegs so bestehen, wie die StudentenInnen gleich am Anfang aufgeteilt wurden.
Wir organisierten auch den gemeinsamen Sprachunterricht von tschechischen und österreichischen Studierenden (immer eine tschechische und eine österreichische Gruppe) mit Ausrichtung auf Phonetik, Konversation (Vorbreitung von Dialogen) und Textverstehen. Dies wurde mit Begeisterung angenommen.
Angeboten wurden weiterhin 3 Wahlseminare in Nachmittagsstunden: Übersetzungsseminar (auf Tschechisch/Deutsch), das kunstgeschichtliche Seminar (auf Deutsch - Thema: Klimt, Schiele - auch in Bezug auf Krumau und seine Wurzeln dort, Kokoschka) und das Literaturseminar (Josef Winkler), die zeitversetzt stattfanden, so dass es den TeilnehmerInnen ermöglicht wurde, an mehreren Seminaren teilzunehmen.
Das Gesamtprogramm, die Ausführung von einzelnen Unterrichtseinheiten, das Freizeitprogramm und die Organisation wurden sehr gut bewertet. Unsererseits wurde alles sehr gut vorbereitet und seitens der StudentenInnen gab es gute Disziplin bei der Einhaltung aller Termine. Den StudentenInnen gefiel besonders der ganztätige Ausflug, bei dem wir uns das Schloss Kratochvíle, die Stadt Prachatice ansahen und den Berg Libín im Vorgebirge des Böhmerwaldes mit einem Aussichtsturm bestiegen. Den Tag haben wir am Lipno-Stausee in der Gemeinde Horní Planá beendet (zuerst Besuch des Geburtshauses von Adalbert Stifter, danach Baden im Lipno-Stausee).
Der Sprachunterricht wurde durch drei Lesungen ergänzt. Die erste Lesung war im Programm gleich am 6. Juli. Christa Rothmeier hat uns mit Schwierigkeiten von künstlerischen Übersetzungen vertraut gemacht (als Beispiel die Übersetzung von Petra Hùlová Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe / Pamì mojí babièce). Michael Stavaric hatte seine Lesung am 8. Juli. Er las sowohl aus seinen bereits veröffentlichten, als auch noch nicht veröffentlichten Texten vor. Die dritte Lesung fand am 12. Juli mit Jaroslav Rudiš statt. Er las in beiden Sprachen, weil er selbst Germanistik studierte und ab und zu kurze Erzählungen auf Deutsch veröffentlicht.
Es wurden 5 Exkursionen unternommen (Kratochvíle, Prachatice, Libín und Lipno-Stausee am 10.7.; Linz, Kulturhauptstadt Europas, Ars Electronica und Stadtrundgang am 13.7.; Stadt und Barocktheater Èeský Krumlov am 16.7.; Èeské Budìjovice - Brauereibesichtigung am 9.7. und Ausflug nach Jindøichùv Hradec mit Schloss- und Museumsbesuch am 20.7.2010). Ergänzend konnten die StudentenInnen das Schloss Hluboká, das Rathaus und den Schwarzen Turm in Èeské Budìjovice in ihrer Freizeit besichtigen.
Der Kursort und die Unterkunft wurden von allen Teilnehmern sehr positiv bewertet. Die StudentenInnen hatten auch die Möglichkeit, das Wifi-Netz direkt in ihren Zimmern zu nutzen und die meisten haben es in Anspruch genommen. Die einzige Beschwerde bezog sich auf das Wetter, weil wir alle drei Wochen heiße Sommertage hatten, so dass wir dem auch den Unterricht anpassten.
Die Verpflegung so, wie sie organisiert wird - gemeinsames Frühstück und ausgezahltes Geld für Mittag- und Abendessen - hat sich im Laufe der Jahre bewährt. Sehr gut wird auch das gemeinsame Abendessen am ersten und letzten Abend angenommen, weil es einen bestimmten Rahmen des ganzen Sommerkollegs bildet.
Für den nächsten Jahrgang möchten wir Sprachunterricht und Wahlseminare in der bestehenden Form beibehalten und wollen wieder drei Gäste einladen.
Die Exkursionen sollten diesmal schon traditionell Èeský Krumlov - Stadt und Barocktheater, eine Wanderung durch den Böhmerwald, Linz und wahrscheinlich die Schlösser Hluboká und Jindøichùv Hradec zum Ziel haben.
Dieses Jahr widmete der Tschechische Rundfunk (Èeský rozhlas) Èeské Budìjovice unserem Sommerkolleg die Aufmerksamkeit. Es wurde eine Reportage darüber am Montag, dem 5. Juli, sowie am Ende, dem 24. Juli, gesendet. Es fehlten nicht einmal Gespräche mit StudentInnen, die sich zum Programm und Sprachunterricht äußerten.
Wir möchten uns an dieser Stelle für die Hilfe und Unterstützung bei den Mitarbeitern der Aktion Österreich - Tschechische Republik bedanken, besonders bei Frau Ing. Helena Hanžlová und Frau Mgr. Eva Šimková. Frau Šimková besuchte unser Sommerkolleg und den Sprachunterricht und nahm an der Exkursion nach Jindøichùv Hradec teil.
PaedDr. Vladimíra Kvìtounová
Pädagogische Fakultät
der Südböhmischen Universität
in Èeské Budìjovice
Prof. Mag. Hana Sodeyfi
Institut für Slawistik
Universität Wien
Weitere Lektorinnen:
Dr. phil. PaedDr. Nadìžda Matìjková - Universität Wien
Mag. Susanne Christof - ursprünglich Universität Innsbruck, UJEP Ústí nad Labem (ab September 2010 Südböhmische Universität
Èeské Budìjovice)
Mag. Patricia Broser - Südböhmische Universität Èeské Budìjovice
Doc. PaedDr. Dana Pfeiferová, PhD. - Südböhmische Universität Èeské Budìjovice

