JIHOÈESKÁ UNIVERZITA V ÈESKÝCH BUDÌJOVICÍCH
PEDAGOGICKÁ FAKULTA
25. 8. 2003 - 12. 9. 2003
XII.
SOMMERSCHULE FÜR SLAWISCHE STUDIEN
Èesky English
Die Stadt Èeské Budìjovice (Budweis) im Wandel der Zeiten
Die großzügige Anlage von Budweis inmitten der Senke am Zusammenfluß von Moldau und Maltsch war das Werk Pøemysl Otakars II., eines Herrschers,
der nach einer möglichst engen Verbindung mit den südlichen Nachbarn des Landes strebte. Die königliche Stadt, deren Geschichte mit dem Jahre
1265 beginnt, als der Burggraf von Zvíkov dem Dominikanerorden die Baustätte des künftigen Klosters übergab, konnte keine bessere Mitgift bekommen:
Bedacht mit zahlreichen Privilegien, wurde sie bald zu einem Schnittpunkt von Handelswegen, die Böhmen mit dem Donauraum verbanden. Der ausgedehnte
quadratische Marktplatz, ungewöhnlich breite Straßen und ansehnliche Häuser bezeugten ihre weltlichen Vorzüge, wogegen das älteste Gebäude,
das Dominikanerkloster mit der Kirche Mariä Opferung, auch auf die höheren Werte hinwies, nach denen die Bewohner streben sollten. Geschützt durch
die königliche Gunst und gut verwaltet von den Ratsherren, wurde die Stadt reich und blühte auf. Den ständigen Aufstieg der Stadt konnten weder
die Hussitenkriege unterbrechen, wo sie - ebenso wie später - der katholischen Seite treu blieb, noch die Serie von Katastrophen im darauffolgenden
Jahrhundert, als sie von Bränden, Erdbeben, Überschwemmungen und einer Pestepidemie heimgesucht wurde. Der Niedergang erfolgte erst durch den
Dreißigjährigen Krieg, obwohl die gut befestigte Stadt von den Kämpfen verschont blieb.
Die Dominante des Budweiser Panoramas, der siebzig Meter hohe Schwarze Turm aus den Jahren 1550-1577, legt davon Zeugnis ab, daß die stärksten
Eingriffe in die ursprünglich gotische Disposition der städtischen Bausubstanz in der Renaissancezeit erfolgten. Das Barock hinterließ im Antlitz
der Stadt seine Spuren durch die Neubauten der St. Nikolauskirche, des inmitten des Marktes befindlichen Samson-Brunnens, einer der größten
Fontänen im Land, sowie des Rathauses. Umfangreichere bauliche und urbanistische Aktivitäten wurden allerdings erst durch die Veränderungen
ermöglicht, die Budweis in den letzten beiden Jahrhunderten durchmachte. Wenn die Stadt 1785 Bischofssitz wurde, so war das ein Vorzeichen für
ihre neue Bedeutung als kulturelles Zentrum mit einem sich nach und nach vergrößernden Netz kirchlicher und weltlicher Schulen. In wirtschaftlicher
Hinsicht war 1832 die größte Errungenschaft die Eröffnung der Pferdeeisenbahn, der ersten auf dem europäischen Kontinent.
Obwohl die Stadt nicht der industriellen Entwicklung auswich - Bier und Bleistifte sind ihre weltbekannten Produkte -, hat sie doch bis heute
ihre relativ unbeschädigte historische Gestalt bewahrt. Das macht sie zu einem attraktiven Ziel sowohl für einheimische wie auch für ausländische
Besucher. Die Gründung der Südböhmischen Universität bekräftigt die Rückkehr zu den geistigen Traditionen einer eigenständigen Region, die durch
ihre Lage zur Pflege von Kulturbeziehungen zwischen den Völkern Mitteleuropas vorausbestimmt ist.
Die Sommerschule der Slawischen Studien wird von den Lehrern des Lehrstuhls Tschechische Sprache der Pädagogischen Fakultät der Südböhmischen
Universität in Èeské Budìjovice in der letzten Augustwoche und in den beiden ersten Septemberwochen veranstaltet. Die Schule ist bestimmt für
Studenten der Slawistik oder Bohemistik, für Lektoren, Assistenten, Übersetzer sowie für alle weiteren ausländischen Interessenten an der
tschechischen Sprache.
DAS PROGRAMM DER SOMMERSCHULE DER SLAWISCHEN STUDIEN
Der Unterricht umfaßt täglich fünf Unterrichtsstunden, die praktischen Sprachkursen, Fachvorträgen sowie kulturhistorischen und
Bildungs- Exkursionen gewidmet sind.
In den Sprachkursen sind die Teilnehmer nach ihrem Kenntnisstand der tschechischen Sprache in drei Stufen eingeteilt:
- Die Anfänger haben täglich einen intensiven fünfstündigen Sprachkurs (drei Stunden vormittags, zwei Stunden nachmittags),
- die mäßig Fortgeschrittenen besuchen einen dreistündigen Sprachkurs und einen zweistündigen Wahlkurs (Lektüre von literarischen Texten, Konversation, Grammatik),
- die Fortgeschritten besuchen einen fünfstündigen Konversationskurs sowie Wahlseminare in Phonetik und Grammatik.
Die Vorträge werden in Tschechisch gehalten. Sie sind Themen aus der Sprach- und Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte, der böhmischen
Geschichte und Ethnographie gewidmet.
Ins Programm gehören auch Exkursionen in Museen, Bibliotheken und Galerien. Einen Bestandteil des Programms bilden auch Ausflüge in historisch
und kulturell interessante Orte Südböhmens. Die zeitgenössische tschechische Kultur können die Teilnehmer der Sommerschule durch Film- und
Theatervorstellungen, Konzerte, Ausstellungen u. dgl. kennenlernen.
ORGANISATION DER SOMMERSCHULE DER SLAWISCHEN STUDIEN
Die Teilnehmer der Sommerschule sind in Zwei- und Dreibettzimmern eines Studentenheimes untergebracht, und zwar im Konservatorium, Kanovnická 22,
CZ-370 01 Èeské Budìjovice, Tel. +420 387 311 683. Frühstück, Mittagessen und Abendbrot werden in der Mensa der Theologischen
Fakultät eingenommen.
Der Preis für den dreiwöchigen Aufenthalt (für Schulgeld, Verpfle- gung, Unterkunft und Weekendsausflüge) beträgt 750 U.S. Dollar
einschließlich der Registrationstaxe. Diese Summe muß auf das Konto der PF JU Nr. 20001-6036231/0710, v. s. 1 008 bei Èeská
národní banka in Èeské Budìjovice bis zum 31. Juli 2003 überwiesen werden oder an der Kasse der Pädagogischen Fakultät bar eingezahlt werden
(Äquivalent in Kè nach dem Tageskurs).
An der Sommerschule nehmen auch Stipendiaten des Ministeriums für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik sowie Stipendiaten
weiterer tschechischer Kulturorganisationen teil.
BEDINGUNGEN DER AUFNAHME
Die Anzahl der Plätze in der Sommerschule ist begrenzt, damit jedem Teilnehmer maximale Betreuung gewidmet werden kann. Mehrere Plätze sind den
Stipendiaten aufgrund von zwischenstaatlichen Kulturvereinbarungen gesichert. Die Bewerber um diese Stipendien müssen ihr Gesuch bei den betreffenden
Behörden ihres Landes in so bald wie möglich einreichen.
Alle Interessenten an einer Teilnahme an der Sommerschule müssen ein Anmeldeformular ausfüllen und es bis zum 31. Mai 2003 an die Adresse
des Sekretariats senden
LŠSS - Letní škola slovanských studií
Jihoèeská univerzita v Èeských Budìjovicích
Pedagogická fakulta
Jeronýmova 10
CZ-371 15 Èeské Budìjovice
tel.: +420 387 773 206; fax: +420 387 312 194
e-mail: moravec@pf.jcu.cz (Miloslava Moravcová, Sekretärin)
Das Sekretariat benachrichtigt die Stipendiaten und die Selbstzahler bis zum 30. Juni 2003, ob sie aufgenommen werden konnten.
Anmeldeformular: HTML RTF